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Geschichtlicher Überblick: Burg Staufenberg

Geografische und politische Lage

Das Burghaus von Westen.
 Das Burghaus von Westen.

Da die Erhaltung der Burg Staufenberg, insbesondere der Oberburg mit ihrer Burgruine, ein wesentlicher Bestandteil des Vereinsleben der Heimatvereinigung Staufenberg darstellt, möchten wir Ihnen einen geschichtlichen Überblick über die Burg Staufenberg geben. Natürlich könnten wir mit der geschichtlichen Entwicklung der Burganlage bis in die heutige Zeit eine eigenen Webauftritt realisieren, doch sollten wir es hier bei der folgenden geschichtlichen Kurzform belassen.

Am Süd- und Osthang dieses Berges, der das Gießener Becken im Norden abschließt, leuchten die Dächer der Stadt Staufenberg. Auf der Nordseite mit Bäumen und Sträuchern bewachsen, ragen zur Südseite der mächtige Bau der Unterburg und darüber die Ruine der einstigen Oberburg empor.

Die Gestallt und die Lage des Berges forderte geradezu im Mittelalter die Anlage einer Burg heraus, von der aus man nicht allein die wichtige Verkehrsstraße zwischen Ober- und Niederhessen beherrschte, sondern auch das ganze Lahn- und Lumdatal absperren konnte. So erweist auch die Anlage der Burg Staufenberg das feine strategische Gefühl jener Zeit. Dies deutet zugleich auch auf die politische Bedeutung, die Staufenberg in dem langen Kampf der beiden großen Gewalten unserer engeren Heimat hatte: der Landgrafschaft Hessen und des Erzbistum Mainz, da in der Nähe der Burg die Grenze der beiden Herrschaftsgebiete verlief.

Name und Bedeutung

Der Name Staufenberg kommt in den unterschiedlichsten Schreibungen vor:
Stouphenberch (1233),
Sthaufenberg (1272),
Stoiphenberg (1274),
Stoyphenberg (1283),
Stoufinberg (1324) und Stouffinberg (1346).
Die einwandfreie Deutung der Ortsbezeichnungen ist nicht möglich.

Die Geschichte der Burg

Vermutlich mit Beginn des 12.Jh. wurde auch mit dem Bau der Oberburg durch die Grafen von Ziegenhain als Vögte der Abtei Fulda zum Schutz der dortigen Besitzungen des Klosters begonnen.

Das Rondiel bei Nacht.

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Staufenberg fällt in das Jahr 1233; welche sich damals im Besitz der Grafen von Ziegenhain befand. Es wird vermutet, die Burg könne von Graf Gozmar I. (1090-1117) erbaut worden sein. Nach dem Inhalt der Urkunde von 1233 scheint sie jedenfalls schon zurzeit Friedrichs, Grafen von Ziegenhain und Wildungen, bestanden zu haben.

Burg Staufenberg und Burg Gemünden an der Straße (Burg-Gemünden) wurden ca. um 1273 zerstört, da Graf Gottfried von Ziegenhain auf der Seite des Erzbischofs stand. Vorrausgegangen war wie schon erwähnt, das Graf Gottfried den Erzbischof Werner von Mainz in seinem Kampf gegen die Größen der Landgrafschaft von Hessen unterstützte. Die Streitigkeiten, die nach dem Tod Gottfried V. am 25. Mai 1270 ausbrachen, brachte auch hier, wie in früheren Kriegen, keine Entscheidung herbei.

Zerstörer der beiden Burgen war der Landgraf Heinrich. Er kämpfte vornehmlich um die Erhaltung seiner Hoheitsrechte. Am 7. November 1274 siegelte er in Grünberg eine Urkunde, durch die seine zweite Tochter mit dem unmündigen Sohn Gottfrieds V. von Ziegenhain verlobt wurde. In dem Vertrag der Urkunde sind auch Bedingungen über Staufenberg enthalten. Zudem hatte der Landgraf für die Wiederherstellungen der Burgen Staufenberg und Burg-Gemünden zu sorgen, wenn Gottfried VI. im Alter von zwölf Jahre sei.

In den folgenden Jahrhunderten wechselten durch Tod der Herrschaften und Erbschaften die Eigentümer auf der Burg.

Rondiel (Südseite)

Nach dem Tod Philipp des Großmütigen 1567 war Staufenberg an Landgraf Ludwig IV. von Hessen-Marburg gefallen. Als Ludwig IV. von Hessen-Marburg 1604 ohne Erben starb, wurde Staufenberg hessen-darmstädtisch. Dieser zweimalige Herrschaftswechsel hatte zunächst so wenig Bedeutung für Burg und Stadt Staufenberg wie der Übergang von Ziegenhain auf Hessen im Jahre 1450. Aber als der Dreißigjährige Krieg, der unselige "Hessenkrieg", zwischen Kassel und Darmstadt ausbrach, wurde auch Staufenberg in Mitleidenschaft gezogen.

Seitdem ist die Oberburg eine Ruine und diente bis zum Jahre 1846 als "billiger" Steinbruch. Es wurde die Aufräumung der Ruinenanlagen veranlasst und nach deren Abschluss wurde die Anlage unter Verschluss genommen.

Im Jahr 1858 erwarben die in Gießen studierenden Prinzen Ludwig - der spätere Großherzog Ludwig IV. - und Heinrich von Hessen-Darmstadt die Unterburg und sorgten für ihre Wiederherstellung (1860 -1862) durch den Gießener Professor Hugo von Ritgen, unter dessen Leitung auch die Wartburg bei Eisenach wiederhergestellt wurde.

Durch einen im Jahre 1925 vollzogenen Geländetausch ging die Burg in den Besitz des hessischen Staates über.

Im Jahre 1934 wurde die "Heimatvereinig Staufenberg" gegründet. Ihr bestreben ist es, mit allen amtlichen Institutionen zusammen die Burganlagen zu erhalten. Die Unterburg wurde von dem Land Hessen verkauft und ist Heute als Hotel und Restaurant in Privatbesitz.

 

 Vielen Dank für Ihr Interesse.

 

Fotos: © Heimatvereinigung Staufenberg

 

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